Hatzfelder Treffen in Hatzfeld an der Eder in 1998
..... und 65 Hatzfeld(t)s kamen!
 
117 Familien mit dem Namen Hatzfeld(t) wurden angeschrieben zum „1. Hatzfeld(t) Treffen“. Etwa 100 Gäste aus ganz Deutschland konnte unser Verein begrüßen, unter ihnen insgesamt 65 Personen, die den Namen Hatzfeld (Hatzfeldt) trugen. Allen voran der heutige Besitzer des Burgberges, Sebastian Graf von Hatzfeldt. Auch der Retter von Helgoland Georg von Hatzfeldt mit seiner Frau war aus München angereist. Mit bei dem Treffen auch viele Vertreter der Kulturgesellschaft Hatzfeld aus Nürnberg, die eine lanjährige freundschaftliche Beziehung mit unserem Verein aufrecht erhält.
 
 
Besuch der „Hatzfeldts“ auf der Burg
 
Das Hatzfelder Namenstreffen begann mit einem Sektempfang im Bürgerhaus der Stadt Hatzfeld. In der Begrüßungsansprache gedachte der Vorsitzende des Verein für Burg - und Heimatgeschichte, Hatzfeld e.V. Rainer Mengel, des 1997 in Köln verstorbenen Besitzers des Burgberges Fürst Edmund von Hatzfeldt Herzog zu Trachenberg. Er berichtete über die Aktivitäten des 170 Mitglieder starken Vereins in seiner bis dahin neunjährigen Geschichte. Auch Bürgermeister Uwe Ermisch sprach ein Grußwort an die Versammlung und freute sich, die Besucher zu Recht mit den Worten „liebe Hatzfelder“ begrüßen zu können.

Dekan Edgar Weigel ging auf bedeutende Vertreter des Adelsgeschlechts derer von Hatzfeldt in Militär, Politik und Kunst ein. So sei etwa Melchior von Hatzfeld als Nachfolger Wallensteins ein bedeutender Generalfeldmarschall der kaiserlichen Truppen im 30jährigen Krieg gewesen. Dessen Bruder Franz war Bischof in Würzburg. Sophie von Hatzfeld stand mit Ferdinand Lassalle "an der Wiege der deutschen Arbeiterbewegung". Als sein „bestes Pferd im Stall" habe Reichskanzler Bismarck seinen Staatssekretär und Botschafter in mehreren europäischen Hauptstädten, Graf Paul von Hatzfeldt, bezeichnet. Nach ihm ist in Berlin - Reinickendorf eine Straße benannt: die „Hatzfeldt-Allee“. „Nomen ist omen“, sagte Weigel. „Der Name Hatzfeld möge von Bedeutung bleiben und in unserer egozentrischen und profitorientierten Welt für Solidarität, Orientierung, Mut, Einsatzbereitschaft, Hilfe und Menschlichkeit stehen.“

Prof. Dr. Hans Werner Krutsch, Präsident der Kulturgesellschaft Hatzfeld e.V. aus Nürnberg, sprach über Hatzfeld im Banat. Sie wollen das überlieferte Kulturgut pflegen, die Namensgebung gehe zurück auf Graf Karl Anton Friedrich von Hatzfeldt. Er überreichte dem Vorsitzenden des Vereins ein kleines Präsent aus Nürnberg und erhielt im Gegenzug eine Vereinsfahne des Vereins für Burg - und Heimatgeschichte, Hatzfeld e.V. aus Hatzfeld a. d. Eder.

Der Siegener Historiker Jens Friedhoff beleuchtete in seinem mit Dias illustrierten Vortrag die Geschichte der Hatzfelder Burg und des Adelsgeschlechts. Es ging um die Entstehung und erste urkundliche Erwähnung der Burg, die sich später in mehrere Linien aufteilende Adelsfamilie und um das Geschick, mit dem sich die Hatzfelder Herren zwischen den Erzbischöfen von Mainz und den hessischen Landgrafen behauptet haben.

Mit einem Zitat des Archivars Johannes Crombach aus 1871 hatte Friedhoff eingeleitet. „Unweit der Grenze der Grafschaft Wittgenstein in einer waldigen, wildromantischen Gegend an der schnell strömenden Eder ist das nun Hessen-Darmstädtische Städtchen Hatzfeld gelegen. Noch sieht man die Reste der Mauern und des 1822 abgebrochenen Stadttorturmes, auch erzählen die Bürger, wie die Stadt im Schwedenkrieg verbrannt worden sei. Merkwürdiger als das Städtlein ist die auf anmutigem Berge über dem selben thronende Burg. Erstaunt schaut der Wanderer die altersgraue Ruine und fragt nach dem mächtigen Geschlecht, das einst hier waltete.“

Nach den Ansprachen und Vorträgen folgte die Besichtigung des Burgberges, des Heimatmuseums, der Altstadt und dem Burgstübchen. Anschließend fand vor dem Rathaus ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen statt.

Als nächstes stand abends ein gemütliches Abendessen auf dem Programm. Die Speisekarte verkündete dabei eigenartige Gerichte wie: „Hatzfelder Hinkelbrie“ (Hühnerbrühe), „Hatzfelder Raubritter“ und „Hatzfelder Burgherrenteller“, dazu natürlich Wein vom „Hatzfelder Hof“.

Die Chorgemeinschaft Hatzfeld sang einige Lieder, darauf folgte dann ein gemütliches Beisammensein bis in den späten Abend.

Die Vorbereitungen zu diesem Fest hatten fast ein halbes Jahr gedauert, aber es wird sicher nicht das letzte Treffen dieser Art sein, da waren sich die Mitglieder des Vorstandes einig.